Im Januar 2021 wurde die Fassade der Französischen Botschaft in Berlin zur „Leinwand“: Die Medieninstallation ist den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet und ruft dazu auf, die Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts zu unterstützen.

Die eindrucksvolle Medieninstallation brachte anlässlich des 27. Januar 2021, dem internationalen Gedenktag für den Holocaust und die Opfer des Nationalsozialismus, die Erinnerung ins Jetzt. Sie projizierte Namen von NS-Opfern und die Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts ins Berliner Stadtbild und in die Öffentlichkeit. Mit der Installation rufen wir dazu auf, uns bei #everynamecounts zu unterstützen.

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Wir danken unserem Partner der französischen Botschaft in Berlin für ihre wertvolle Unterstützung. 

Anne-Marie Descôtes

»#everynamecounts ist ein innovativer Weg, um Wissen zu verbreiten und das Bewusstsein und den kritischen Sinn auf originelle Art und Weise zu schärfen. Über das historische Gedenken hinaus beteiligt sich die Initiative am Aufbau einer lebendigen und aktiven Erinnerung, die jüngere Generationen einbezieht und unsere demokratischen Gesellschaften zusammenhält.«

Anne-Marie Descôtes, Botschafterin für Frankreich in Deutschland
Die Menschen hinter den Namen
Die Menschen hinter den Namen

Die Medieninstallation zu #everynamecounts erinnert an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und projiziert ihre Namen in die Öffentlichkeit. Hinter jedem Namen verbirgt sich ein Gesicht, eine Person, eine Geschichte – ein Leben. Wir möchten einige dieser Geschichten erzählen und uns erinnern, dass hinter jedem Namen ein Mensch steht. 

Mehr über die Biografien erfahren

Das visuelle Konzept

Die Initiative #everynamecounts und das digitale Denkmal für die NS-Opfer visualisieren, den Übergang von der analogen in die digitale Welt darstellen, unser Archiv seine enorme Datenmasse erlebbar machen: Keine einfache Aufgabe, die wir den Medienkünstlern von URBANSCREEN gestellt haben. Sie gingen mit historischem Verständnis und einem treffsicheren Gefühl für Digitales im öffentlichen Raum an das Projekt.

Im Interview berichtet Till Botterweck von Urbanscreen von der Arbeit und den Herausforderungen für die Medienkünstler*innen.

URBANSCREEN ist ein weltweit tätiges Produktionsstudio für Medienkunst aus Bremen. Das Künstlerkollektiv blickt auf mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Umsetzung komplexer Medienproduktionen für Museen, Festivals, Unternehmen und Agenturen zurück. So wurden unter anderem bereits die Oper von Sydney, die Europäische Zentralbank in Frankfurt oder die Elbphilharmonie in Hamburg illuminiert:

Günter Pappenheim

»Mit großer Freude und Genugtuung habe ich von der Lichtprojektion #everynamecounts auf die Fassade der französischen Botschaft in Berlin erfahren, bei der auch mein Name projiziert wurde. Die künstlerische Leistung erstaunt und beeindruckt mich stark. Ich danke allen, die diese großartige Idee verwirklichten.«

Günter Pappenheim, Überlebender

Premiere zu Beginn der Deutsch-Französischen Woche

Die Französische Botschaft in Berlin unterstützt uns als Partner und war Gastgeber der multimedialen Präsentation.  Das von dem bekannten Architekten Christian de Portzamparc errichtete Gebäude bietet dafür technisch und ästhetisch beste Bedingungen. Seine zentrale Lage rückt die Arbeit an dem digitalen Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus mitten in das Herz von Berlin. 

Im Video sind die Aufbauarbeiten vor der Premiere zu sehen.

Die Medieninstallation hatte ihre Premiere zum Auftakt der Deutsch-Französischen Woche – am Vorabend des 58. Jahrestags der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags. Das Abkommen markiert den Beginn der deutsch-französischen Freundschaft und setzte 18 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Zeichen für ein modernes und friedliches Europa.

Zur Premiere der Installation am 21. Januar 2021 kamen Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters, die Schirmherrin des Projekts #everynamecounts und Botschafterin Michaela Küchler vom Auswärtigen Amt. Gemeinsam mit der Französischen Botschafterin Anne-Marie Descôtes, unserer Direktorin Floriane Azoulay gingen sie im Anschluss mit gutem Beispiel voran und erfassten an Computern im Gebäude der Botschaft die Namen und biografischen Daten von Dokumenten aus Konzentrationslagern.

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