#everynamecounts ist eine Initiative der Arolsen Archives – mit dem Ziel den Verfolgten des Nationalsozialismus ein digitales Denkmal zu errichten. Damit auch zukünftige Generationen sich an die Namen und Identitäten der Opfer erinnern können. Es geht zudem um unsere heutige Gesellschaft. Denn der Blick zurück zeigt uns, wohin Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus führen.

Erinnerung und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus folgen oft steifen Ritualen, mit denen jüngere Generationen wenig anfangen können.

Die Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts bietet einen neuen und sehr direkten Weg, sich aktiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und durch die Mitarbeit ein Zeichen zu setzen: für die Erinnerung an die NS-Opfer und für Respekt, Vielfalt und Solidarität.

Und so könnt ihr uns unterstützen

Wir arbeiten an dem weltweit umfassendsten Online-Archiv über die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Menschen. Dazu müssen Namen und Daten von bereits gescannten historischen Dokumenten digital erfasst werden.

Das ist eine gigantische Aufgabe, denn in unserem Archiv befinden sich rund 30 Millionen Dokumente sowie Hinweise auf die Schicksale von 17.5 Millionen Menschen.

Viele Millionen Namen lassen sich schon einfach online recherchieren. Doch längst noch nicht alle. Deshalb haben wir die Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts gestartet. Wie einfach ihr mitmachen könnt, erklärt unser stellvertretender Archivleiter Giora Zwilling: 

Ihr könnt so viel Zeit spenden, wie ihr möchtet. Um bei #everynamecounts mitzumachen, braucht ihr nur einen Computer und eine Internetverbindung. Tausende von Freiwilligen helfen bereits mit.  

Digitale Einführung

Zu #everynamecounts gibt es auch eine digitale Einführung: In 15 Minuten erhaltet ihr darin Informationen zur NS-Verfolgung und der heutigen Bedeutung der Archivdokumente. Zudem könnt ihr die Datenerfassung („Indizierung“) erproben. Die Einführung steht in englischer, deutscher, polnischer, französischer und spanischer Sprache zur Verfügung.

Zur digitalen Einführung

Was wir erreichen wollen

Das einzigartige digitale Denkmal soll möglichst schnell weiterwachsen. Darum arbeiten wir daran, die historische Sammlung von Dokumenten über die Häftlinge der Konzentrationslager, über die Zwangsarbeiter*innen des Hitler-Regimes und über die Überlebenden online verfügbar zu machen. Unser Ziel: 2025 sollen alle Namen online stehen. 

Dann können alle Interessierten weltweit auf die bedeutende Dokumentensammlung zugreifen, die zum UNESCO Weltdokumentenerbe gehört. Das ist für Forschung und Bildung von unschätzbarem Wert – und für die Familien der Opfer.

Die Direktorin der Arolsen Archives Floriane Azoulay spricht im Interview über die Ziele von #everynamecounts:

#everynamecounts gewinnt immer mehr Unterstützer

Seit 2021 ist die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, Schirmherrin für #everynamecounts. Darüber hinaus unterstützen uns Institutionen wie die UNESCO, das Anne-Frank Haus (Amsterdam) und das Staatliche Museum Auschwitz als Partner der Gedenkinitiative. Die Bundesregierung sowie die EU Kommission riefen über ihre Sozialen Netzwerke zur Mithilfe bei #everynamecounts auf. 

Staatministerin Monika Grütters besuchte auch die Premiere der Medieninstallation zum Auftakt der neuen Kampagne am 21. Januar. Im Interview erzählt sie von der Bedeutung des Projekts: 

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Vom 21. bis 27. Januar 2021 zeigten wir auf der Fassade der Französischen Botschaft eine Medieninstallation, die den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist und #everynamecounts in die Öffentlichkeit projizierte. Die Medienkünstler von Urbanscreen haben die bewegende Installation auf der Basis von Dokumenten aus unserem Archiv entwickelt. Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

Rückblick: #everynamecounts 2020

Im Januar 2020 starteten wir #everynamecounts zunächst als Pilotprojekt mit rund 1.000 Schüler*innen. Während der Corona-Pandemie, als die Veranstaltungen zum 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager ausfallen mussten, beteiligten sich in verschiedenen Ländern immer mehr Menschen: Bis Dezember 2020 digitalisierten mehr als 10.000 registrierte Nutzer*innen des Crowdsourcing-Projekts über 2,5 Millionen Dokumente von Zuhause aus.

Wie Schüler*innen 2020 die Mitarbeit bei #everynamecounts erlebt? In diesem Film kommen sie zu Wort:

Möchtet ihr mehr über die Ziele und Fortschritte von #everynamecounts lesen? Dann empfehlen wir euch dieses Interview mit Giora Zwilling, Leiter des Teams „Bestände und Workflows“ bei #everynamecounts und stellvertretender Archivleiter.

Die Erfolge von #everynamecounts bisher

(Stand Juni 2021)

20.225 registrierte Freiwillige
4,2 Millionen Bearbeitungen von Dokumenten*
148.656 Nachrichten auf unserem Crowdsourcing Portal
* Jedes Dokument muss drei Mal bearbeitet werden. Einige Dokumente sind Teil mehrerer Dokumentenpakete..
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